Jürg Kienberger

Beschrieb


Ich bin ja so allein

Eine musikalische Lebensbeschreibung
Regie: Claudia Carigiet

Jürg Kienberger, der seit vielen Jahren mit Christoph Marthaler zusammenarbeitet, erzählt von seiner Kindheit im Hotel Waldhaus in Sils Maria: „Ich erzähle, wie ich aufwuchs und zur Musik fand, angeregt durch das Life-Orchester, das dort nachmittags und abends – bis auf Montagnachmittag – in der Halle und in der Bar spielte. Das Orchester, Cello, Violine, Klavier, ein Trio, spielt dort immer noch – jeden Nachmittag und Abend, außer Montagnachmittag, wie gesagt. Ich erzähle von der Einsamkeit der Gäste im so genannten Januarloch, wenn es nur fünf Gäste gab und 95 Angestellte. Der Dichter Hermann Hesse hatte übrigens einmal ein Zimmer über der Bar, als er 1949 in unserem Hotel war. Er beschwerte sich: ‘So habe ich dreimal in der Woche direkt unter mir Jazzmusik bis 23 Uhr und länger, und mehrmals hörte ich früh am Morgen oder mitten in der Nacht Klavier spielen, was niemand mir glauben wollte. Letzte Nacht ging es um halb vier wieder an, und als ich wütend hineinging, saß da auf dem Musikpodium am Klavier der Hausdiener, der Nachtwache hatte, und spielte mit drei Fingern seine Lieblingsmelodien...‘ Dieser Hausdiener hätte auch ich sein können.“

 

Mit unterkühltem Sarkasmus – „Tanzen Sie, wenn nötig!“ - verwandelt Kienberger jedes Wort, jede Melodie in aberwitzige Szenen. „Der Mann auf der Bühne ... sitzt wie ein schunkelndes, um sich selbst kreisendes Einmannorchester in einem rasenden Wienerwald-Restaurant... Einer der großen musikalischen Komiker in monologischen Zeiten.“ (DIE ZEIT)